Groß- und Außenhandelskaufleute zu Besuch in Frankfurt am Main

Mit dem Zug ging es für die Schülerinnen und Schüler der Klasse WGH11 für drei Tage nach Frankfurt am Main.

Kaum angekommen, organisierte eine Gruppe von Schülern als ersten Programmpunkt eine im Vorfeld selbst gestaltete Stadtführung. Um sie ein wenig spannender zu gestalten, wurde die App „IZI-Travel“ verwendet. So konnten wir live am Handy unseren Standpunkt auf der Route verfolgen und bei Erreichen einer Sehenswürdigkeit selbsteingesprochene Infos hören.

Von der Dresdner Bank bis hin zum Main- und Eurotower bestaunten wir so viele interessante Gebäude und wurden mit geschichtlichem Hintergrundwissen versorgt. Die Tour endete am Eisernen Steg und führte uns geradewegs zum nächsten Schiff, um den Main zu erkunden. Dies war nach dem zurückgelegten Fußweg eine willkommene Abwechslung. Hier genossen wir den Ausblick auf Frankfurt bei einem kühlen Getränk. Am Abend hatten wir dann Gelegenheit, Frankfurt auf eigene Faust zu erkunden.

Am zweiten Tag ging es zunächst zum Frankfurter Palmengarten. In dem 22 Hektar großen Garten werden auf Freiflächen oder auch in klimatisierten Gewächshäusern verschiedenste tropische Pflanzen angebaut. Wir erreichten vormittags den Garten und jeder durfte sich dann selbstständig ein Bild von der beeindruckenden Anlage machen. Auf dem Gelände befand sich ein mittelgroßer Teich der einige Schüler zum Tretbootfahren einlud.

Als Highlight stand nun die Tour am Frankfurter Flughafen an. Vor dem Einlass zur Bus-Rundfahrt mussten wir uns wie jeder normaler Passagier einer Personenkontrolle unterziehen. Mit einer beeindruckenden Größe von 2.160 Hektar hält der Flughafen einige Besonderheiten bereit. So konnten wir beispielsweise zwei von drei Feuerwachen bestaunen. Diese sind auf dem ganzen Gelände verteilt und garantieren in weniger als drei Minuten Unterstützung auf dem gesamten Areal. Beeindruckend waren auch die Reparaturhallen, die Testeinrichtungen sowie die Baustelle des Terminals 3. Zusätzlich konnten wir viele Flugzeuge mit Sonderlackierungen sehen wie das Flugzeug, welches die deutsche Nationalmannschaft 2014 nach der WM nach Hause flog.

Nach einem leckeren Abendessen ging es hoch auf den Maintower, auf die Aussichtsplattform in 200 Metern Höhe. Bei perfekten Wetterbedingungen konnten wir den Blick über ganz Frankfurt genießen.

Am letzten Tag besichtigten wir noch das Städel Museum, das sich über drei Stockwerke erstreckt. Ganz oben erfuhren wir alles über die Kunst der Alten Meister, welche sich zwischen dem 14. und dem 18. Jahrhundert abspielte. Die Treppe hinab reisten wir in das Zeitalter der modernen Kunst. Hier erwarteten uns Bilder von Künstlern wie Max Beckmann und Pablo Picasso. Im untersten Stockwerk befand sich die Kunst der Gegenwart. Die vielfältigen Gemälde und Kunstinstallationen bestanden aus unterschiedlichsten Materialien, wie Holz, Dosen, Stoff und Farbe.

Es war eine sehr schöne und gelungene Klassenfahrt, alles verlief reibungslos und wir alle konnten wertvolle Eindrücke sammeln. Danke! Weitere Bilder finden Sie hier.

WGH11

 

Vom „Forecast“ zur Bedarfsplanung bei der Neumarkter Lammsbräu

Schülerinnen und Schüler der Klassen WGH11 und WEH11c sowie Kolleginnen und Kollegen lauschten aufmerksam den praktischen Ausführungen von Herrn Membarth, Logistikleiter der Neumarkter Lammsbräu.

Das Unternehmen produziert seit mehreren Generationen nachhaltige Bio-Getränke. Neben dem ersten Bio-Bier Deutschlands produziert die Firma mittlerweile auch Bio-Limonaden und Bio-Mineralwasser und zählt somit zu den Pionieren dieser Branche. Dabei spielen Nachhaltigkeit sowie regionale Kooperationen eine sehr wichtige Rolle.

Bei seinem Vortrag stellte Herr Membarth die Wichtigkeit von Planungsprozessen - gerade für Mittelständler - in den Vordergrund. Sonst könnte es im schlimmsten Fall passieren, dass es in den Sommermonaten zu Lieferengpässen käme. Er ging dabei auf theoretische Modelle - welche die angehenden Groß- und Einzelhändler im Unterricht an der Berufsschule ausführlich behandeln - ein und stellte somit eine anschauliche Verknüpfung mit der Praxis her.

Aus einzelnen Forecastmethoden, wie z. B. einer Zeitreihenanalyse, lassen sich die operativen Maßnahmen ableiten.  Dazu zählen u. a. die Abfüllplanung, die Leergutverfügbarkeit und letztendlich auch die Personaleinsatzplanung.

Abschließend betonte Herr Membarth vor den versammelten Schülerinnen und Schülern, wie wichtig eine fundierte duale Ausbildung für den späteren Beruf sei. Des Weiteren hänge der Erfolg eines Unternehmens maßgeblich von einer exakten Vorhersage und detaillierten Planung ab. Gerade für regionale Mittelständler, wie Neumarkter Lammsbräu, sei dies ein Garant für die Wettbewerbsfähigkeit und somit für eine erfolgreiche Zukunft.

Daniel Frisch

 

Persönliche Beratung: Übung macht den Meister

Vom 18. bis 22. Juli 2018 fand unter dem Motto „Azubis beraten Azubis“ die Projektwoche der Bankkaufleute statt. Die Auszubildenden der 11. Bankfachklasse hatten zu diesem Zweck die Aula des BSZAM wieder für eine Woche in einen großen Bankschalter verwandelt.

Bereits am Freitag vor der Projektwoche begannen sie mit dem Aufbau in der Aula. Stellwände wurden herangeschafft, Schalter aufgebaut, ein Kickerkasten herbei getragen sowie Pflanzen zur Verschönerung besorgt. In zwei - neben der Aula gelegenen Klassenzimmern - wurden Schülertische zu gemütlichen Beratungsecken umfunktioniert und Werbematerial bereitgelegt.

Im Fach "Kundenberatung" waren die Bankauszubildenden bereits während des Schuljahres entsprechend von den Lehrkräften Daniel Hagn und Claudia Fröhlich geschult worden. Doch für ein perfekt geführtes Beratungsgespräch gilt der Satz: "Übung macht den Meister". Und genau diese Kompetenz konnte in der Projektwoche erworben werden, in der Schüler aus sechs Fachklassen der Berufsschule, einer Klasse der Fachoberschule und einer Berufsintegrationsklasse sowie zwei Klassen der Wirtschaftsschule von den auszubildenden Bankkaufleuten über grundlegende Bankprodukte fachkundig beraten wurden.

In Zeiten von Fintechs, Banking 4.0 und der allumfassenden Digitalisierung meinen manche Leute, dass die klassische Bankberatung in Zukunft weniger Bedeutung haben wird – das Feedback der Schülerinnen und Schüler spricht jedoch deutlich für die Notwendigkeit einer persönlichen Beratung. Kein Algorithmus kann einen menschlichen Berater komplett ersetzen und bei aller Digitalisierung ist der persönliche Kundenkontakt für eine dauerhafte Kundenbindung unersetzlich.

Diese Beratungswoche war für alle Beteiligten ein Erfolg. Die in der Schule und im Betrieb in Rollenspielen erworbene Beratungskompetenz konnte so gefestigt und eingeübt werden. Während einer beriet, hörte der andere aufmerksam zu, um ihm nach dem Kundengespräch Anregungen für eine Gesprächsoptimierung zu geben. Auch in diesem Jahr hatten die Bank-Azubis wieder Beratungsgespräche in Englisch zu bewältigen. Die beratenden Teams erhielten für diese Gespräche viel Lob.

Am Ende der Beratungswoche gab es eine Verlosung. Dazu wurden die Mitschüler während der gesamten Woche aufgefordert, sich mit einigen Fachfragen näher zu befassen. Wer die Fragen - natürlich mit Hilfestellung durch die Banker - richtig beantwortet hatte, nahm an der Verlosung teil.

Das BSZAM-Bankenteam bedankt sich bei allen Banken, die mit ihrer Unterstützung wesentlich zum Gelingen der Woche beigetragen haben. Ein herzliches Dankeschön geht daher an die Sparkasse Amberg-Sulzbach, die Volksbank-Raiffeisenbank Amberg eG, die Raiffeisenbank Unteres Vilstal eG, die Raiffeisenbank Sulzbach-Rosenberg eG, die HypoVereinsbank und die Targobank.

Dr. Horst Pongratz

 

Conrad Electronic und die Welt der vollautomatischen Logistik

Im Lernfeld „Logistische Prozesse planen, steuern und kontrollieren“ befassen sich die Schüler der 10. Klassen im Großhandel derzeit mit den Arbeitsabläufen im Lager vom Wareneingang bis zur Distribution zum Kunden. Im Zuge dessen ist es nun mehr schon Tradition, dass der Ausbildungsbetrieb Conrad Electronic es uns ermöglicht sein hochmodernes Lager zu besichtigen. Vielen Dank dafür.

Julia Reng und Florian Sammer
 
Vor kurzem besuchten die Schülerinnen und Schüler der Klassen WGH10 - Auszubildende für Kaufmann/-frau im Großhandel - das Logistikzentrum der Conrad Electronic SE in Wernberg-Köblitz.

Zunächst erhielten wir eine kleine Einführung in die Thematik - gestaltet durch Mitschüler, die bei der Firma Conrad Electronic aktuell ausgebildet werden - und wurden über die historischen Hintergründe des Unternehmens informiert.

Daraufhin wurden die Klassen durch die verschiedenen Bereiche des Logistikzentrums geführt. Beginnend im Wareneingang, über das vollautomatische Hochregallager, welches sich über eine Fläche von 100.000 m² erstreckt. In Spitzenzeiten verlassen hier täglich mehr als 70.000 Sendungen das Lager. Eindrucksvoll war auch das Shuttle-Lager, in dem die Ware über Schienen durch elektronische Shuttle-Fahrzeuge an den richtigen Lagerplatz gebracht wird. Dieses System funktioniert vollautomatisch, ohne Einwirkung von außen.

Außerdem besitzt die Conrad Electronic SE ein Kommissionierungslager, welches in einen automatischen und manuellen Bereich unterteilt werden kann. Darüber hinaus konnten wir viele hochmoderne Funktionen und Maschinen kennenlernen, die beispielsweise die Kartons für den Versand vorbereiten, indem diese durch Druckluft gefaltet werden.

Am Ende der Führung konnten wir beobachten, wie die Ware direkt in die LKWs verladen wird und so versandbereit ist.

Durch den Besuch des Logistikzentrums in Wernberg-Köblitz konnten wir Lerninhalte aus dem Unterricht mit der Realität verknüpfen und hatten die einmalige Gelegenheit, einen Einblick in eine High-Tech-Anlage von einem für uns unvorstellbaren Ausmaß zu erhalten.

L. Ehbauer, E. Hasanov, S. Dotzler, J. Kerschensteiner und J. Wiesner, WGH10b

 

Kaufleute im Groß- und Außenhandel im „kaufmännischen Trainingslager“

Die Schülerinnen und Schüler des Berufsfeldes Großhandel trainierten vor kurzem zusammen mit den Studienreferendaren des BSZAM im Planspiel SEED ihre kaufmännischen Kompetenzen.

Prof. Josef Duttle von der OTH Regensburg hatte zusammen mit Herrn Matthias Praller einen Planspieltag am BSZAM organisiert. Im Mittelpunkt stand das Planspiel SEED (Simulation of Economics for Entrepreneuers and Deciders). Die Eigenentwicklung - also die Idee und Umsetzung - des Referenten bildet grundlegende kaufmännische Zusammenhänge ab und wird seit vielen Jahren in der universitären Lehre zur Schulung von betriebswirtschaftlichen Grundlagen genutzt.

Dabei werden auf einem Spielbrett die Wertströme eines Unternehmens abgebildet. In Arbeitsgruppen mussten die Lernenden zunächst ihre Produktideen entwickeln und dann das Unternehmen gründen. Neben den kaufmännischen Entscheidungen, die es dabei zu treffen galt, mussten eine Inventur gemacht sowie Bilanzen erstellt und ausgewertet werden. Jeder Schüler und jede Schülerin hatte einen Aufgabenbereich zu übernehmen; von der Organisation über die Finanzen, das Rechnungswesen und die Geschäftsführung wurde jede Funktion des Unternehmens am Spieltisch abgebildet.

Bei dem Spiel können die Lernenden unternehmerische Zusammenhänge erkennen. Sie verstehen kaufmännische Entscheidungen und sehen die Auswirkungen auf den Unternehmenserfolg. In der Gründungsphase rücken auch Kreativität und unternehmerische Kompetenzen - Entrepreneureship - in den Fokus.

Die Schülerinnen und Schüler hatten viel Spaß und bewerteten den Lernerfolg durchweg als hoch. Auch die Junglehrer waren von dem methodischen Setting sehr angetan.

Den Abschluss des Planspieltages bildete ein Vortrag von Prof. Duttle vor der Fachschaft Wirtschaft. Hier konnten sich die Kolleginnen und Kollegen über das Planspiel informieren und weitere Hintergründe rund um die Planspieldidaktik reflektieren.

Tobias Krafczyk

 

 

Wer bin ich und wer will ich sein?

Ein Stuhlkreis, ein Flipchart und 14 neugierige Menschen bzw. Schüler/Lehrkräfte, immer nur einer spricht. Die Atmosphäre: Erwartungsvoll, fokussiert und ruhig. Mit Bedacht werden Fragen aus verschiedensten Blickwinkeln und mit allen möglichen Facetten versucht zu beantworten. Neue Fragen tun sich auf.

Wer bin ich und wer will ich sein?
Nach einer kurzen theoretischen Einführung der beiden Referentinnen, Dr. Theres Lehn und Rike Zeus, von der "Akademie Kinder philosophieren" in die Zielsetzung des gemeinsamen Philosophierens und kurzer Vorstellung möglicher Einstiegsvarianten geht es ans Tun. Die Frage liegt in der Mitte aus. Wer den Ball hat, spricht. Wer etwas beitragen möchte, rührt sich. Alle anderen lauschen. Das Setting ist einfach. Die Umsetzung wohltuend in einer Welt, die voll ist von unsachlichen Diskussionen und Bewertungen.

Selbst bevor man sich hier zu Wort meldet, prüft man, ob die anderen das wohl hören wollen, oder ob man es wohl passend formulieren können wird. Diese Bedenken treten bald in den Hintergrund, denn die zurückhaltende Moderation der nachdenkenden Runde ist so vorbildgebend, dass den Teilnehmern schnell klar wird, dass es hier kein „gut und schlecht“, kein „richtig und kein falsch“ gibt. Dass es hier mal nicht darum geht, der Beste zu sein. Das Gespräch speist sich aus den Beiträgen der Anwesenden, scheinbar ohne dass die Kursleiterin viel machen muss. Ihre Haltung ist es, die den Raum eröffnet und trägt. Ihre sorgsame Wortwahl ermöglicht es, seine eigenen Worte fließen zu lassen, den Gedankenstrom zu ordnen und sich gegenseitig aufmerksam zuzuhören. Es hat fast etwas Magisches.

Und?
Es wird deutlich, dass eine solche wertfreie Begegnung entlastet und die Teilnehmer stärkt. Dass es als Lehrer nicht nur darum geht, explizite Unterrichtseinheiten zu gestalten, sondern auch, die Schüler mit kleinen Impulsen einzuladen, eine Haltung einzunehmen, sich zu positionieren in einer schnellen, vielgesichtigen, lauten Welt. Dass wir unseren Schülern eben durch diese Mikroanstöße selbst zum Denken, Zuhören und Fragen anregen können, wenn wir es lernen, dazu einzuladen und es so gelingt, die Lebenskompetenz unserer Schüler im Gespräch hervorzulocken.

Schön, sich vorzustellen, dass auch im eng getakteten Lehreralltag ein Tür-und-Angel-Gespräch unter Kollegen oder auch Fachsitzungen und Konferenzen hierdurch neue Dimensionen und eine gelenkigere, freiere Gesprächskultur ermöglichen.

 
Auszüge des Gesprächsprotokolls vom Flipchart:
 
„Offene Fragen stellen heißt, gemeinsam nach Antworten suchen. Der Lehrer ist nicht der Wissende allein.“

 „Manchmal entstehen in wenigen Minuten echte Begegnungen.“

 „Der Lehrer gibt beim Philosophieren mehr von sich als im normalen Unterricht“

 „Säen, Geduld haben, wann geht der Samen wohl auf?“

 „Schüler fühlen sich wertgeschätzt, wenn sie ihre Gedanken aussprechen dürfen, ohne dass sie bewertet werden."
 
Feedbackstimmen von Teilnehmern:
 
„Mir ist ganz bewusst das Gefühl in Erinnerung geblieben, wie gut es getan hat, einfach in Ruhe zu sitzen, zu hören, und seine Gedanken laufen zu lassen und bei Bedarf auch in Worte zu fassen.“

„Ich möchte das Thema auf jeden Fall weiter verfolgen und möchte unbedingt die Weiterbildung machen.“

„Ich hab mit den Schülern gleich diese Woche philosophiert, zum Thema Freiheit und Sicherheit. Das hat sich spontan ergeben, und ich hab mich einfach getraut ;-) Ich war sehr erstaunt über den Tiefgang, der bei einigen Bemerkungen der Schülern deutlich wurde.“

„Was mir während der SchiLF deutlich wurde, und auch durch die Anwendung im Unterricht, ist, dass die Möglichkeit und das Bedürfnis über bestimmte Themen zu philosophieren zeigt, wie gut wir es hier in Mitteleuropa bzw. in Deutschland haben und dass unsere elementaren Bedürfnisse wohl befriedigt sind. Wenn ich dann auf die tagtäglichen Katastrophenmeldungen schaue, auf die Krisengebiete und -situationen auf dieser Welt, werde ich wieder demütig.“

„Mehr davon, das brauchen wir.“

„Es ist erstaunlich, wie schnell man so eine offene Haltung im geschützten Rahmen einnehmen kann. Das ins Leben mitnehmen, ja.“

Kerstin Klug

 

Die Ausbildung absolviert und nun? Karrierechancen im Handel

Die Ausbildung absolviert und nun? Im Beruf bleiben und arbeiten, Wechsel an die BOS, Weiterbildung und Karriere? Den Auszubildenden der Abschlussklassen im Berufsfeld Groß- und Einzelhandel am BSZAM wurden Weiterbildungsmöglichkeiten und Karrierechancen nähergebracht. Dr. Robert Rolle von der Akademie Handel informierte aus erster Hand über die Möglichkeiten und Förderungen.

Schulleiter Martin Wurdack begrüßte den Referenten und freute sich über die Kooperation. Als Weiterbildungsinstitut der Bayerischen Arbeitgeberverbände des Handels ist die Akademie deutschlandweit einer der bedeutendsten Weiterbildungsanbieter im Handel. Dr. Rolle übernahm dann das Plenum und stieg in seinen sehr schülerorientierten Vortrag ein. Rolle verglich die verschiedenen Möglichkeiten, insb. den Handelsfachwirt und den Wirtschaftsfachwirt, und zeigte, dass sie von der Konzeption her unterschiedliche Zielgruppen haben. Die Kurse beginnen jeweils im Herbst und im Frühjahr.

Zuerst erläuterte Dr. Rolle die grundsätzliche Weiterbildungsstruktur im kaufmännischen Bereich mit der Unterteilung in die Fachwirte - Handelsfachwirt oder Bankfachwirt - und die Fachkaufleute - z.B. der Marketingfachkaufmann. Möglich ist dann auch noch eine Aufbauweiterbildung zum Betriebswirt (IHK). Anschließend beschrieb der Referent die Weiterbildung zum Handelsfachwirt, welche derzeit in Weiden, Regensburg und Amberg angeboten wird. Mit Hilfe von Präsentations- und Informationsmaterialien wurde der in vier Ausbildungsabschnitte gegliederte Bildungsgang, welcher in ca. 17 Monaten absolviert werden kann, ausführlich dargestellt. „Natürlich müssten die Teilnehmer auch ein entsprechendes Engagement mitbringen“, so Dr. Rolle, da sie entweder an zwei Abenden in der Woche oder an einem Samstag die Weiterbildungsinhalte vermittelt bekämen. Neben grundlegenden Themen im Bereich des Handels im ersten Semester werden in den folgenden Abschnitten die spezielle Handelsbetriebslehre sowie fachfremde Inhalte wie etwa das Steuerrecht gelehrt. Dr. Rolle zeigte auch die weitergehenden Studienberechtigungen auf, die durch das bayerische Hochschulrahmengesetz eröffnet werden.

Da „Weiterbildung Geld kostet“, so der Referent, waren ein weiterer Schwerpunkt die Förder­möglichkeiten. Neben der Vorfinanzierung über das Bafög, erläuterte Herr Rolle auch die Zuschüsse und den Meisterbonus. In einer Beispielrechnung zeigte er auf, dass bei einem erfolgreichen Abschluss des Fachwirts kaum Kosten für die Studierenden anfallen.

Die Fragen der Schüler in der abschließenden Diskussionsrunde zeigten, dass der Referent das Interesse der Schüler geweckt hatte. Ein Schwerpunkt war dabei die Rolle der Betriebe. Braucht es für die Anmeldung und Förderung die Zustimmung der Betriebe? Die Diskussionsbeiträge der Schülerinnen und Schüler zeigten dabei ganz unterschiedliche Haltungen der Arbeitgeber, die laut Herrn Rolle aber keinen Einfluss auf die Teilnehme und staatliche Förderung haben.

Im Vortrag wurde deutlich, dass nicht nur ein guter Ausbildungsabschluss, sondern auch die Weiterbildung im Beruf für eine qualifizierte Tätigkeit in den Betrieben mit Verantwortung und Entscheidungskompetenz entscheidend ist.

Tobias Krafczyk

 

"Sei schlauer als der Klauer!"

So lautet die Forderung von Jürgen Grönke, einem Wirtschafts- und Sicherheitsberater aus München. „Diese fünf Wörter sind der Anspruch an meine Schulung zum Thema Inventurdifferenzen und Ladendiebstahl“, so Grönke weiter und hoffte damit, bei seiner Zuhörerschaft der 10. und 11. Jahrgangsstufe der Fachklassen für Verkauf und Einzelhandel den Willen zur Bekämpfung von Inventurdifferenzen zu stärken.

Die Notwendigkeit aktiv gegen Ladendiebe vorzugehen und Inventurdifferenzen durch besondere Schutzmaßnahmen im Unternehmen zu vermeiden, ergibt sich aus den diversen statistischen Veröffentlichungen des Forschungs- und Bildungsinstituts des Handels (EHI) und des Bundeskriminalamtes.

So erreichte die Schadensumme an Inventurdifferenzen im Jahr 2016 mit 4,0 Mrd. Euro einen neuen Rekord. Allein 2,2 Mrd. Euro entfielen hierbei auf Kundendiebstähle bei den rund 425.000 Einzelhandelsgeschäften in Deutschland. Hinzu kommen 1,2 Mrd. Euro an Präventivmaßnahmen, die der Einzelhandel jedes Jahr im Kampf gegen Ladendiebe aufwenden muss, da die Aufklärungsquote der Kriminalpolizei bei gerade einmal 2,5 Prozent der angezeigten Fälle (378.000) liegt. Statistisch bedeutet dies, dass bei einer Diebstahlrate von 140.000 Diebstählen pro Verkaufstag jeder Bundesbürger Waren im Wert von 50,00 EUR pro Jahr unbezahlt mitnimmt.

Und schaut man sich allein die Stadt München an, so werden dort während der Öffnungszeiten der Einzelhandelsbetriebe stündlich Waren im Wert von 17.000 Euro entwendet. Dennoch liegt München unter den 80 größten Städten Deutschlands mit Platz 63 eher im unteren Mittelfeld. Die höchsten Diebstahlhäufigkeiten erreichen Magdeburg, Saarbrücken und Regensburg, wohingegen Erlangen, Ingolstadt und Mühlheim a. d. R. die geringsten Deliktraten aufweisen. Als Gründe führt der Experte die Grenznähe, die gute Anbindung zur Autobahn sowie den eher kleinstädtischen Charakter mit vielen vermeintlich vertrauensvollen Stammkunden an.

Als Präventivmaßnahmen schlägt Grönke bereits für den Ladenbau abgestimmte Konzepte hinsichtlich der Beleuchtungsanlagen sowie mechanische und elektronische Sicherungssysteme vor. Zur Überwachung mit Videokameras verwies Herr Grönke auf die neuen Vorgaben des Datenschutzes vom 25. Mai 2018 (DSGVO). Wird in den Verkaufsräumen Videotechnik benutzt, so muss der Gefilmte bereits vor der ersten Erfassung auf die Videoaufzeichnung hingewiesen werden. Das Piktogramm muss hierbei der DIN 33450 entsprechen und auch Auskunft über die für die Aufzeichnung verantwortliche Stelle Auskunft geben. Verstöße werden mit erheblichen Geldbußen belegt. Aber auch personelle Maßnahmen, wie Mitarbeiterschulungen, die auf die speziellen örtlichen Gegebenheiten abgestimmt werden wie auch die Zusammenarbeit mit Detektiven sollte verstärkt zum Einsatz kommen.

Das Täterprofil lässt sich dabei jeder Alters- und Bevölkerungsgruppe zuordnen und weist keinerlei einheitlichen Merkmale auf. Es treten sowohl junge als auch alte, als auch finanziell schwach gestellte und gut situierte Diebe auf.

Bei den Waren handelt es sich vornehmlich um hochwertige und aufgrund ihrer Größe gut versteckbare Produkte wie Kosmetika, Accessoires, Rasierklingen, Spirituosen, Tabakwaren und Speicherkarten. Aber auch größere Artikel wie Jeans, Druckerpatronen, CDs und DVDs bis hin zum Elektrowerkzeug finden bei der nicht zahlungswilligen Kundschaft Gefallen.

Herr Grönke gab in seinem Referat zudem einen kurzen Überblick über die rechtliche Verankerung von Straftaten innerhalb des Strafgesetzbuches, beispielsweise in Form von Diebstahl, Betrug, Sachbeschädigung und Hausfriedensbruch. Darüber hinaus wurden den Schülern die juristischen Grundlagen bezüglich eines Ladendiebstahls mittels der Begriffe „Besitzdiener“ und „Selbsthilferecht“ vermittelt. Ein besonderes Augenmerk lenkte Herr Grönke noch auf die Rolle der Geschäftsinhaber und Geschäftsleitung. Seinen Ausführungen zufolge bestehe deren vordergründige Aufgabe darin, die Mitarbeiter durch klar formulierte Dienst- bzw. Arbeitsanweisungen über deren Zuständigkeit und Handlungsumfang bei Ladendiebstahl zu informieren und den korrekten Umgang mit Verdächtigen zu regeln.

Als Höhepunkt der Veranstaltung wurden von den Schülerinnen und Schülern einige Videosequenzen über konkrete Ladendiebstähle angesehen, die sich im Internet unter „Tricks der Ladendiebe“ auf youtube finden lassen.

Anschließend bekamen die angehenden Verkäufer/-innen in einem Rollenspiel Gelegenheit, das Ansprechen eines Verdächtigen zu üben. Ja, manchmal fehlen einfach die „richtigen Worte“. Schließlich geht es auch im Sinne der Unternehmen darum, keine Beschuldigungen in der Öffentlichkeit auszusprechen, die sich im Nachhinein als unbegründet herausstellen könnten. Die geeignete Wortwahl fiel zunächst unseren Schülern noch recht schwer. Doch mit der Unterstützung von Herrn Grönke gelang es den Protagonisten des Rollenspiels, die Verdächtigen gezielt anzusprechen, sich mit ihnen unter Beachtung der Eigensicherung aus dem öffentlichen Raum zu entfernen und in Begleitung eines Kollegen in einem geeigneten Büro die Unstimmigkeit zu klären bzw. das Eintreffen der Polizei abzuwarten.

Mit Hilfe dieser präventiven Schulungsmaßnahmen sollte es unseren Schülerinnen und Schülern nunmehr gelingen, als zukünftiges Verkaufspersonal derart schwierige Situationen im Verkaufsraum sicher zu bewältigen. Denn das größte Risiko für einen potentiellen Ladendieb sind aufmerksame Mitarbeiter.

Nils John und Johannes Mehringer

 

Herausforderungen des E-Commerce

Auf Einladung der Firma Conrad konnte die Klasse WGH10a in diesem Jahr an dem 2-tägigen Planspielevent des Unternehmens teilnehmen. Lehrer und Schüler stellten sich dabei gemeinsam dem Wettbewerb und konnten so Einblicke in die Zusammenhänge eines E-Commerce-Unternehmens erwerben.

Seit vielen Jahren gehören die Topsim-Planspiele zu den führenden Business-Simulationen. Bei dem Planspiel handelte es sich um eine Business-Simulation im Bereich des Online-Handels mit Geschäftskunden. In 6 Märkten à 5 Unternehmen machten sich ca. 90 Teilnehmer an die Arbeit. Der Vertrieb von Kopiergeräten wurde in realitätsnahen Situationen und Entscheidungsprozessen im „E-Commerce B2B“ nachgebildet. Die Teilnehmer schlüpften in die Rolle der Unternehmer, mussten die Probleme des Unternehmens analysieren und erfolgreiche Lösungen sowie Strategien entwickeln. Entscheidungen über den Einkauf und die Preise, das Marketing und das Personal aber auch die Serverstrukturen und die Website des Unternehmens gehörten zu jeder Spielrunde. Mit Spannung wurde das Feedback der Kunden erwartet, denn es entschied über Erfolg und Misserfolg der Strategie.

Nach jeder Runde wurden die Geschäftszahlen und der Markt analysiert, die Ursachen gesucht und Strategien entwickelt. Vor allem für die Schüler sowie die ehemaligen Schüler war es eine besondere Situation, dass Lehrkräfte auch des BSZAM „mitspielten“. Der Blick auf die Unternehmenszahlen in den Teams der Lehrkräfte war natürlich besonders interessant und gab dem Wettbewerb eine zusätzliche Spannung. Nachdem sich die Teams von Julia Reng und Tobias Krafczyk ganz gut behaupteten und die Mannschaft um Frau Reng in ihrem Markt sogar den Sieg erringen konnte, war die Ehre gerettet.

Sowohl für die persönliche Begegnung von Schülern und Lehrkräften, als auch für die angestrebten Sozial- und Methodenkompetenzen war das Spielgeschehen eine echte Bereicherung. Bezogen auf die Herausforderungen des E-Commerce konnten Schüler und Lehrer gleichermaßen lernen. Verständnis für die Prozesse im Online-Handel, komplexe Entscheidungssituationen analysieren und Umgang mit Unsicherheit wurden sehr lebendig vermittelt. Das Zertifikat, dass alle Teilnehmer erhielten ist darüber hinaus eine echte Bereicherung für jedes Bewerbungsportfolio.

Wir danken der Firma Conrad für die Einladung sowie allen Ausbildungsbetrieben, die uns durch ihre Flexibilität und die Freistellung der Schüler unterstützt haben.

Tobias Krafczyk

 

Wer Geld nachmacht oder verfälscht …

Auch in diesem Jahr informierte Herr Gerl von der Deutschen Bundesbank Regensburg die Schülerinnen und Schüler der Klassen WEH10a und WBA11 der Berufsschule in einem interessanten Vortrag über das Falschgeld.

Zu Beginn konnten die Schüler einen alten DM-Schein begutachten. Bei der Deutschen Bundesbank werden immer noch DM-Geldscheine von hohem Wert umgetauscht.

Der Referent informierte darüber hinaus über die rechtlichen Grundlagen. Dabei ist vor allem die Bestimmung aus dem Strafgesetzbuch wichtig, die besagt, dass es eine Straftat ist, Geld zu fälschen und in Verkehr zu bringen. Die Strafprozessordnung ordnet an, dass falschgeldverdächtiges Geld an die Deutsche Bundesbank zu leiten ist.

§ 146 Geldfälschung (Strafgesetzbuch)

(1) Mit Freiheitsstrafe nicht unter einem Jahr wird bestraft, wer
1. Geld in der Absicht nachmacht, dass es als echt in Verkehr gebracht oder dass ein solches Inverkehrbringen ermöglicht werde, oder Geld in dieser Absicht so verfälscht, dass der Anschein eines höheren Wertes hervorgerufen wird,
2. falsches Geld in dieser Absicht sich verschafft oder feilhält oder
3. falsches Geld, das er unter den Voraussetzungen der Nummern 1 oder 2 nachgemacht, verfälscht oder sich verschafft hat, als echt in Verkehr bringt.
(2) Handelt der Täter gewerbsmäßig oder als Mitglied einer Bande, die sich zur fortgesetzten Begehung einer Geldfälschung verbunden hat, so ist die Strafe Freiheitsstrafe nicht unter zwei Jahren.
(3) In minder schweren Fällen des Absatzes 1 ist auf Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren, in minder schweren Fällen des Absatzes 2 auf Freiheitsstrafe von einem Jahr bis zu zehn Jahren zu erkennen.

Vorsicht gilt bei der Herstellung von „Blüten“ oder Scherznoten. Diese müssen eindeutig als Scherznoten erkennbar sein, es darf keine Verwechslungsgefahr bestehen. Als Beispiel hatte der Referent einen 600 €-Schein mitgebracht.

Herr Gerl betonte, dass Banken verpflichtet sind, Falschgeld anzuhalten. Auch der Einzelhandel sollte Falschgeld anhalten. Hilfe bieten dabei Prüfgeräte und Einzahlungsautomaten. Diese erkennen falsche Scheine. Nur als echt geprüfte Scheine dürfen von Banken wieder in Umlauf gebracht werden.

Liebling der Fälscher ist nach wie vor der Fünfziger. 70 Prozent aller gefälschten Geldscheine sind 50 Euro-Scheine. 20 Prozent der Fälschungen sind Zwanziger, alle anderen machen 10 Prozent aus.

Wichtigster Teil des Vortrags war die Besprechung der Sicherheitsmerkmale. Diese wurden der Reihe nach vorgestellt und anhand von eigenen Geldscheinen verglichen. Bei der Echtheitsprüfung ist es wichtig, sich nie auf nur ein Merkmal zu verlassen. Also stets Sehen – Kippen – Fühlen.

Zu Ende des Vortrags durften die Schüler ein von der Deutschen Bundesbank einbehaltenes Falschgeld begutachten. Die Schüler stellten dabei fest, dass es große Qualitätsunterschiede bei den Fälschungen gibt. Manche sind sofort als Fälschung zu erkennen, andere nur nach Prüfung von mehreren Sicherheitsmerkmalen.

Claudia Fröhlich

 

Das „Helikoptergeld“ der Deutschen Bundesbank

Die Abschaffung der 500 Euro-Banknoten, der Ankauf von Staatsanleihen durch die EZB und die Erhöhung der Konsumkaufkraft durch eine bedingungslose 1.000 Euro-Überweisung je Einwohner sind Themen, die nicht nur in den Medien kontrovers erörtert werden, sondern die Schülerinnen und Schüler der FOSBOS Amberg herausforderten, in eine lebhafte Diskussion einzutreten. Dazu stellte sich der Leiter der Bundesbank-Filiale Regensburg, Bundesbankdirektor Reinhold Pfaffel, als Referent zur Verfügung. Als Geldexperte beantwortete er alle kritischen Fragen und interpretierte die aktuellen wirtschaftspolitischen Zeitgeschehnisse kenntnisreich und anschaulich.

An zwei Veranstaltungsterminen informierte der Bundesbankdirektor die Schülerinnen und Schüler zum Thema „Geldpolitik in bewegten Zeiten: Chancen und Risiken“. Neben allen Klassen der FOSBOS Wirtschaft und der FS13 nahmen auch die zukünftigen Steuerfachangestellten der Berufsschule mit ihrer Lehrkraft, Herrn Prietzel teil.

Schwerpunkte des Vortrags waren u.a. die Anstrengungen der EZB, in den konjunkturschwachen Euro-Mitgliedsländern Konsum und Investitionen anzuregen, die Unterlassung der Ausgabe von neuen 500-Euro-Banknoten ab dem Jahr 2020 und die Option der Bargeldhaltung durch die Geschäftsbanken unter dem Eindruck der Negativzinsen (aktueller Einlagenfazilitätssatz der EZB von -0,4 Prozent). Ferner beschäftigte sich der Referent mit den Fragen der Zuhörer zu den Themen „Risiken der höherverzinslichen Wertpapiere“, „Aktienkurs- und Immobilienhausse“ sowie „Quantitative Lockerung“ und fokussierte dabei die Position der Deutschen Bundesbank.

Nicht versäumen wollte es Reinhold Pfaffel, darauf hinzuweisen, dass die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit in der Hand haben, die Geldpolitik der Bundesbank aktiv mitzugestalten. Die Hochschule der Bundesbank bietet dazu einen dualen Studiengang an. Das sechs-semestrige Studium des „Zentralbankwesens/central bankings“ wird durch die Deutsche Bundesbank mit monatlich bis zu 1.565 Euro unterstützt und führt zu einem  Bachelor-Abschluss. Eine Anstellung als Beamter/Beamtin im gehobenen Bankdienst eröffnet weitere attraktive Entwicklungsmöglichkeiten bei der Zentrale der Deutschen Bundesbank bzw. der Europäischen Zentralbank.

Gerd Fischer

 

Abgeordneter des Landtags im Trichter der Politik

Auf den Abgeordneten des Bayerischen Landtags, Herrn Dr. Harald Schwartz, warteten am 19.12.2017 vier Klassen des BSZAM um mit ihm über aktuelle Fragen zur Politik in Bayern, Deutschland und Europa zu diskutieren.

Seit der Landtagswahl im Herbst 2013 nimmt Dr. Schwartz seine Aufgabe als Abgeordneter des 17. Bayerischen Landtags wahr und gehört damit zu den 180 Mitgliedern.

Sein Tätigkeitsfeld erstreckt sich vom Ausschuss für Wirtschaft und Medien, Infrastruktur, Bau und Verkehr, Energie und Technologie bis hin zum Ausschuss für Eingaben und Beschwerden.

Als Abgeordneter des Landtages wählt er u.a. den Ministerpräsidenten und kontrolliert die Arbeit der Landesregierung. Außerdem stimmt Dr. Schwartz durch Mehrheitsentscheidungen über Gesetze ab, die für Bayern wichtig sind. So entscheidet er beispielsweise auch darüber, wofür die Steuergelder im Land ausgegeben werden.

„Es ist nicht selbstverständlich, dass in Eurer Schule die Heizung geht, genügend Lehrer zur Verfügung stehen und eine technische Ausstattung mit PC, Beamer und Activboard gewährleistet werden kann“, sagte der Abgeordnete. Im Vergleich mit anderen Bundesländern befindet sich Bayern damit auf einem sehr hohen Niveau.

Den Schülerinnen und Schülern wurde zudem vor Augen geführt, dass sie als Bürger, durch die Wahl von Abgeordneten, selbst indirekt an den Diskussionen zur Gesetzgebung teilnehmen und über die Zukunft des Landes mitbestimmen können. Bei näherer Betrachtung der Rahmenbedingungen für die Gesetzgebung auf Landesebene, lernten die Schülerinnen und Schüler jedoch die Widrigkeiten für die Tätigkeit eines Politikers kennen und erfuhren von den „teilweise einengenden“ Gestaltungsmöglichkeiten neuer Gesetze, da diese im Einklang mit dem EU-Recht stehen müssen und Nachrangigkeit zu Gesetzen des Bundes haben. Erschwerend kommt für die Abgeordneten in Bayern noch die sogenannte „Paragraphenbremse“ hinzu, nach welcher lediglich die Abänderung von bereits bestehenden Gesetzen möglich ist bzw. zuerst die Streichung des älteren Gesetzes erfolgen muss, bevor das neue Gesetz verabschiedet werden kann.

Die sich an die Ausführungen von Herrn Dr. Schwartz anschließende Diskussion brachte den Schülerinnen und Schülern einen lebhaften Überblick über die Tagespolitik Bayerns und darüber hinaus.

Daniel Hagn, Niels John und Johannes Mehringer

 

Würden Sie den Kredit vergeben?

Anfang Januar war Herr Kormann von der Raiffeisenbank Sulzbach-Rosenberg erneut am BSZAM  zu Gast. Er besuchte die Bankkaufleute in der WBA12.

Nachdem das Lernfeld im Unterricht fertig behandelt war, hatten die Schüler nun die Gelegenheit, mit einem Bankkaufmann aus der Praxis die Sachverhalte nochmals zu reflektieren. Herr Kormann ging in seinem Vortrag zunächst auf die geschäftspolitische Bedeutung der Baufinanzierung für die Kreditinstitute ein. Danach stellte er den Schülerinnen und Schülern die Finanzierungsbausteine vor, die in der Praxis eine große Rolle spielen.

Als Abschluss stellte er den Schülern einige besonders knifflige Kreditfälle vor. Die Schüler sollten alle Informationen erfragen, die die Bank benötigt. Danach mussten sie eine Entscheidung treffen. Den Abschluss bildete die Auflösung, ob die Bank diesen Kredit tatsächlich vergeben oder abgelehnt hat.

Den Schülern wurde dadurch vor allem bewusst, dass die Realität in der Bank nicht so einfach ist wie die für Prüfungsaufgaben konstruierten Fälle.

Claudia Fröhlich

 

"Wir brauchen die Demokratie wie die Luft zum Atmen." Michail Gorbatschow

Stets pünktlich zur Bundestagswahl oder alljährlich zum Tag der Deutschen Einheit am 3. Oktober, rücken wir Lehrer den Begriff der „Demokratie“ in den Fokus des Unterrichts.

Mal mehr, mal weniger überzeugend gelingt es uns, die oftmals vorherrschende Politikverdrossenheit der Jugendlichen aufzubrechen und ihnen die Notwendigkeit des Erhalts unserer Demokratie, wie auch die Wertschätzung unseres Lebens in einer solchen Demokratie vor Augen zu führen.

Natürlich verfolgen die Schülerinnen und Schüler auf diversen multimedialen Kanälen die Berichterstattungen zu aktuellen, weltpolitischen Geschehnissen, doch teilweise „unreflektiert“ und häufig distanziert. So bleibt ihnen weitgehend unklar, warum das EU-Parlament Polen infolge der Justizreformen „in ernster Gefahr“ [1] sieht und ein Mitglied der EU-Kommission aussagt: „Die Demokratie stirbt im Dunkeln“ [2], die Regierung in Ungarn „die Demokratie unverhohlen infrage stellt“ [3] oder in manchen Pressetexten durch die Bestrebungen des türkischen Präsidenten Erdogans sogar vom „Tod einer Demokratie“ [4] die Rede ist.

Grund genug also, die „Komfortzone“ unserer Demokratie einmal zu verlassen und sich im Rahmen eines Planspiels mit den Widrigkeiten und Mechanismen einer Diktatur, als einer extremistisch ausgeprägten Herrschaftsform, auseinanderzusetzen und diese zu erfahren.

Am Beispiel des DDR-Staats wurde daher den Auszubildenden der Berufsrichtung „Verkäufer/-in“ sowie „Kauffrau/-mann im Einzelhandel“ der drei Berufsschulklassen WEH 10a, WEH 10b und WEH 11c, die Lebenswirklichkeit im vergangenen deutschen Staat, mit stark eingeschränkten Grund- und Bürgerrechten, näher gebracht und aufgezeigt, wie die SED-Regierung und das Ministerium für Staatssicherheit zusammenarbeiteten und auf welche „perfide Weise“ die Lebensläufe Andersdenkender und Oppositioneller beeinflusst oder gar zerstört wurden.

Hierzu schlüpfte eine Gruppe in die Rolle einer jungen Band, die in den 80er Jahren im Keller einer Kirche probt und mit Rockmusik auftreten will. Die anderen Jugendlichen bildeten eine Kreisdienststelle der Staatssicherheit und die SED-Kreis­leitung. Mit Hilfe von Original-Doku­menten wie Gesetzen, Protokollen, Papieren aus dem Zentralkomitee der SED und Songtexten von Bands sowie Listen mit Maßnahmen, die geeignet sind, eine Gruppe zu zersetzen bzw. den einen gegen den anderen aufzubringen, Einzelne krank zu machen oder sogar zum Suizid zu treiben, sollten die jeweiligen Interessen durchgesetzt werden.

Inwieweit die Stasi die Kontrolle behielt, wie die Partei ihre Macht ausübte und welche Möglichkeiten der Band blieben, soll hier nicht weiter verraten werden, um zukünftigen Spielern die Freude am Planspiel DDR nicht zu nehmen.

Als Experten und Moderatoren standen den größtenteils erst nach der Wiedervereinigung geborenen Schülerinnen und Schülern der Politologe und Entwickler des Planspiels, Herr Uwe Hillmer, die ehemalige Lehrerin und pädagogische Mitarbeiterin des Stasi-Museums in der Berliner Normannenstraße, Frau Birgit Siegmann sowie Herr Hanjost Dörken, welcher in der Gedenkstätte Hohenschönhausen Führungen anbietet, zur Seite. Alle drei eint ihr Engagement gegen das Vergessen und ihre präventive Arbeit gegen jegliche Form des Extremismus.

Der Fachbereich „Verkauf und Einzelhandel“ dankt an dieser Stelle Herrn Daniel Hagn für seine organisatorischen Bemühungen sowie den Referenten für ihren großartigen Einsatz.

Die Deutsche Demokratische Republik, die sich selbst mitunter als Diktatur des Proletariats bezeichnete, presste ihr Volk in die staatlich vorgesehenen Formen und Rahmen – selbst bei der Berufswahl – und führte mit Hilfe von Überwachung, Erpressung und Unterdrückung. So gelang es dem Staatsapparat auf jeden Winkel der Gesellschaft – sogar in der Kirche – Kontrolle auszuüben bzw. Einfluss zu nehmen. Dies bedeutete, dass es keine freien Wahlen, keine freien Medien, kein Recht auf freie Meinungsäußerung und auch keine Reisefreiheit gab.

Und spätestens jetzt werden auch wieder die Parallelen zu den vielerorts stattfindenden Strukturbemühungen und -veränderungen einiger Staaten deutlich. Durch das punktuell stark emotionale Erleben einer Diktatur als Planspiel, war es den Jugendlichen möglich, am Beispiel des DDR-Regimes zu erfahren, welche Einschränkungen es ohne eine demokratisch gewählte Regierung geben kann. Die Jugendlichen haben nunmehr erkannt, welche hohe Relevanz Michail Gorbatschows Aussage beizumessen ist, wenn er sagt: „Wir brauchen die Demokratie wie die Luft zum Atmen.“

Niels John

[1] http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/eu-parlament-sieht-demokratie-in-polen-in-gefahr-15110186.html
[2] http://www.faz.net/aktuell/politik/polen-allnaechtliche-feldzuege-gegen-die-demokratie-15115109.html
[3] http://www.zeit.de/2017/19/polen-ungarn-eu-kommission-frans-timmermans-viktor-orban-jaroslaw-kaczynski
[4] http://www.spiegel.de/politik/ausland/tuerkei-und-der-ausnahmezustand-tod-einer-demokratie-a-1103935.html

Mit Kicker und Basketballkorb - Azubis beraten Azubis

Vom 03. bis 07. Juli 2017 fand erneut unter dem Motto „Azubis beraten Azubis“ die Projektwoche der Bankkaufleute statt.

Bei den Beratungsgesprächen in der Aula waren 8 Klassen der Berufsschule und 2 Klassen der Wirtschaftsschule zu Gast.

Es standen wie schon in den Vorjahren ein Kicker und ein Basketballkorb bereit. Die Schüler, die nicht für die Beratung angemeldet waren, konnten mit einem Quiz testen, wie gut sie das Geld kennen.

Diese Beratungswoche war für alle Beteiligten ein Erfolg. Die in der Schule und im Betrieb in Rollenspielen erworbene Beratungskompetenz konnte in dieser Woche gefestigt und eingeübt werden. Auch in diesem Jahr hatten die Bank-Azubis wieder Beratungsgespräche in Englisch zu bewältigen. Die beratenden Teams erhielten für diese Gespräche viel Lob.

Der „Dirndltag“ hat inzwischen schon Tradition. Und so erschienen alle Bankkaufleute auch in diesem Jahr am Donnerstag in Tracht.

Tradition hat auch schon der Besuch der Bankvorstände, die die Schule in diesem Jahr am Montag und am Mittwoch begrüßen durfte.

Der herzliche Dank des Bankenteams gilt wieder den Banken, die mit ihrer Unterstützung wesentlich zum Gelingen der Woche beigetragen haben. Herzlichen Dank an die Sparkasse Amberg-Sulzbach, die Volksbank-Raiffeisenbank Amberg eG, die Raiffeisenbank Unteres Vilstal eG und die HypoVereinsbank.

Claudia Fröhlich

 

April 2017: "Der neue Fünfziger kommt!"

Am 14. März 2017 hielt Herr Gerl von der Deutschen Bundesbank Regensburg an der Berufsschule Amberg einen Vortrag zum Thema "Falschgeld". Gleich zu Beginn erhielten die Schülerinnen und Schüler der Klassen WBA11, WEH10b und WEH11b die Gelegenheit, den neuen 50 €-Schein genauer zu begutachten. Dieser wird ab April 2017 ausgegeben.

Der Referent informierte auch über die rechtlichen Grundlagen. Dabei ist vor allem die Bestimmung aus dem Strafgesetzbuch wichtig, die besagt, dass es eine Straftat ist, Geld zu fälschen und in Verkehr zu bringen. Die Strafprozessordnung legt zudem fest, dass ein als falsch verdächtigtes Geld an die Deutsche Bundesbank zu leiten ist.

Vorsicht gilt insbesondere bei der Herstellung von „Blüten“ oder Scherznoten. Diese müssen eindeutig als Scherznoten erkennbar sein, es darf keine Verwechslungsgefahr bestehen. Als Beispiel hatte der Referent einen 600 €-Schein mitgebracht. Herr Gerl betonte, dass Banken verpflichtet sind, Falschgeld anzuhalten, ebenso wie der Einzelhandel. Hilfe bieten dabei Prüfgeräte und Einzahlungsautomaten. Diese erkennen falsche Scheine. Nur als echt geprüfte Scheine dürfen von Banken wieder in Umlauf gebracht werden.

Der am häufigsten gefälschte Schein ist der 50 €-Schein. 65% aller gefälschten Geldscheine sind Fünfziger. Grund: Der 20 €-Schein ist bereits seit längerer Zeit in der neuen und fälschungssichereren Ausführung im Umlauf. Der neue Fünfziger kommt dagegen erst im April 2017. Ab 2018 wird der 500 €-Schein nicht mehr ausgegeben. Die bisher im Umlauf befindlichen Scheine bleiben jedoch gültig.

Anschließend informierte Herr Gerl die Schülerinnen und Schüler über die Sicherheitsmerkmale von Banknoten. Anhand eigener Geldscheine wurden diese Merkmale nach und nach besprochen und auf ihre Echtheit geprüft.

Zum Ende des Vortrags durften die Klassen noch das von der Deutschen Bundesbank einbehaltene Falschgeld begutachten. Die Schülerinnen und Schüler stellten dabei fest, dass es große Qualitätsunterschiede bei den Fälschungen gibt. Manche sind sofort als Fälschung zu erkennen, andere allerdings nur nach Prüfung von mehreren Sicherheitsmerkmalen.

Claudia Fröhlich

 

Fortbildung zum Thema "Flüchtlinge integrieren - interkulturelles Grundwissen!"

Am 23. Februar 2017 fand an der Berufsschule in Amberg eine Fortbildung zum Thema „Flüchtlinge integrieren – interkulturelles Grundwissen“ statt. Hierfür konnte Frau Dr. Sylvia Schroll-Machl aus Deggendorf gewonnen werden. Die Fortbildung wurde in Kooperation mit den Kolleginnen und Kollegen der Berufsschule in Sulzbach-Rosenberg durchgeführt.

Frau Dr. Schroll-Machl ist Diplom-Psychologin und Diplom-Religionspädagogin. Sie  coacht Geschäftsleute in ihrer interkulturellen Kompetenz. Die Referentin stellte in ihren Ausführungen das „typisch Deutsche“ und das „Typische im islamisch geprägten Raum“ gegenüber. Es war für alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer sehr interessant zu erfahren, was eigentlich typisch Deutsch ist – für uns völlig normal, für Flüchtlinge neu, ungewohnt und teilweise irritierend.

Im Laufe des Fortbildungstages erfuhren die Kolleginnen und Kollegen viel über die Unterschiede der Kulturen und das richtige und hilfreiche Verhalten miteinander. Man lernte zu verstehen, warum sich unsere Flüchtlinge so verhalten, wie sie es tun und wie man darauf reagieren sollte.

Der Erfahrungsaustausch mit den Kolleginnen und Kollegen der Berufsschule Sulzbach-Rosenberg zeigte, dass alle Lehrkräfte in Flüchtlingsklassen den gleichen Herausforderungen gegenüberstehen. Dieser Fortbildungstag wird uns helfen, sicherer und verständnisvoller in den Flüchtlingsklassen aufzutreten.

Claudia Fröhlich

 

"Um einen Kunden zu gewinnen, muss man den Menschen verstehen!"

Am 22. Februar 2017 war – wie schon seit mehreren Jahren – Frau Ludstock von der VR-Bank Amberg in der Klasse WBA12, um über Versicherungen für Bauherren zu informieren. Frau Ludstock ist Versicherungskauffrau und die Versicherungsexpertin der VR-Bank Amberg. Ihr Vortrag basierte auf der Wohn-Immobilienkreditrichtlinie. Diese verpflichtet seit März 2016 die Kreditinstitute, in Baufinanzierungsberatungen die Absicherung der Kunden anzusprechen.

Das bedeutet, dass die Kunden persönlich durch eine Risikolebensversicherung und eine Berufsunfähigkeitsversicherung abgesichert sein sollten. Für das Haus ist eine Wohngebäudeversicherung verpflichtend und ein finanzieller Puffer für die Rücklagenbildung sollte nicht vergessen werden.

Die Referentin gab den Schülerinnen und Schülern zahlreiche Tipps aus dem Berufsalltag. Denn in diesen Gesprächen muss der Berater über unangenehme Dinge sprechen. Deshalb ist taktisch richtiges Vorgehen und die Wahl der richtigen Formulierung wichtig.

Mit Beispielen aus der Praxis wurde am Ende noch aufgezeigt, wie hoch der monatliche finanzielle Aufwand für diese Absicherungen ist.

Zum Ende des Vortrags nutzten die Schülerinnen und Schüler noch die Gelegenheit, weitere Fragen zu stellen. So konnten die theoretischen Unterrichtsinhalte aus dem Fach Versicherungslehre mit „Leben“ gefüllt und der entsprechende Praxisbezug hergestellt werden.

Claudia Fröhlich

 

Wie würden Sie sich entscheiden? - Baufinanzierung in der Praxis

Auch in diesem Schuljahr, am 10. Januar 2017, referierte Herr Kormann von der Raiffeisenbank Sulzbach-Rosenberg vor den Schülerinnen und Schülern der Bank­fachklasse WBA12 über wichtige Kundenthemen. Schwerpunkt seines Vortrags war die Baufinanzierung in der Praxis.

Dabei ging der Experte zunächst auf die geschäftspolitische Bedeutung des Baufi­nan­zierungsgeschäfts ein. Er stellte eine aktuelle Umfrage vor, nach der

  • 62% der deutschen Bevölkerung ab 14 Jahren Haus- und Grundbesitz als die beste Geldanlage empfinden und
  • 75% der Deutschen ein eigenes Zuhause als sichere Altersvorsorge sehen.

Gerade in der derzeitigen Niedrigzinsphase spielt also ein eigenes Heim für einen großen Teil der Bevölkerung eine wichtige Rolle und ist auch realisierbar.

Danach ging Herr Kormann auf die möglichen Finanzierungsbausteine ein. Er infor­mierte dabei auch über die Prüfungen, die von den Banken durchgeführt werden müssen, um die Kapitaldienstfähigkeit des Kunden einschätzen zu können.

Zum Ende seines Vortrags stellte Herr Kormann drei Fälle aus der Praxis vor. Aufgabe der Schülerinnen und Schüler war es nun, eine eigene Einschätzung abzugeben: würden sie den Kredit vergeben oder nicht? Die Auflösung durch den Referenten war für manche eine Überraschung.

Die Entscheidung für oder gegen eine Kreditvergabe ist in der Realität oft sehr schwer zu treffen. Das wurde den künftigen Bankkaufleuten mit Hilfe dieser Praxis­fälle auf jeden Fall klar.

Claudia Fröhlich

 

"Azubis beraten Azubis"

„Azubis beraten Azubis“! So lautete auch dieses Schuljahr - vom 4. bis 8. Juli 2016 - das Motto der Bankkaufleute am Beruflichen Schulzentrum Amberg.

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Bei den Beratungsgesprächen in der Aula waren 10 Klassen der Berufs­schule zu Gast. Passend zu der parallel stattfindenden Fußball-Europa­meisterschaft konnten sich die Schüler an einem Gewinnspiel beteiligen und die Halbfinal-Ergebnisse tippen. Außerdem standen wie schon in den Vorjahren ein Kickerkasten und ein Basketballkorb bereit. Die Schüler, die nicht für die Beratung angemeldet waren, konnten mit einem Quiz testen, wie gut sie unser Geld kennen.

Diese Beratungswoche war für alle Beteiligten ein Erfolg. Die in der Schule und im Betrieb in Rollenspielen erworbene Beratungskompetenz konnte in dieser Woche gefestigt und eingeübt werden.

Großes Lob gab es auch von den beiden Englisch-Lehrkräften für die zwei Teams, die in englischer Sprache ein Beratungsgespräch durchführten. „Well done!“

Der „Dirndltag“ hat inzwischen schon Tradition. Und so erschienen alle Bankkaufleute auch in diesem Jahr an zwei Tagen in Tracht.

Der herzliche Dank des Bankenteams gilt wieder den Banken, die durch ihre Unterstützung zum Gelingen dieser Woche beigetragen haben. Ein großes Dankeschön geht daher an die Sparkasse Amberg-Sulzbach, die Volksbank-Raiffeisenbank Amberg eG, die Raiffeisenbank Sulzbach-Ro­senberg eG sowie die Raiffeisenbank Auerbach-Freihung eG.

Claudia Fröhlich

Die Versicherung als Bank­produkt

Am Mittwoch, den 2. März 2016 kam Frau Ludstock für einen Vortrag in die Bankfachklasse WBA12. Frau Ludstock ist Versicherungsexpertin und berichtete darüber, welche Versicherungen Bauherren zu empfehlen sind.

Banken unterlagen in den letzten Jahren einem Wandel in den Verkaufs­pro­zessen. Deshalb spielen Versicherungen in der Bankberatung eine wichtige Rolle: Der Kunde erhält alles aus einer Hand. Außerdem wird die langfristige Kundenbindung gefestigt. Durch die neue Wohnimmobilien­kreditrichtlinie, die voraussichtlich am 21.3.2016 in Kraft tritt, verstärkt sich diese Tendenz nochmals.

Ziel dieser neuen Richtlinie ist es, möglichst alle Risiken des Kunden vorauszusehen und dem Kunden eine Absicherung nahezulegen (z.B. Absicherung gegen Todesfall und Berufsunfähigkeit). Anhand einer Musterfamilie, die ein Musterhaus baut, wurden eine Baufinanzierung und die dabei empfehlenswerten Versicherungen durchgerechnet.

Claudia Fröhlich

 

Führung durch das Logistik-Center von Conrad SE

 

Am 28.06.16 besuchte die Klasse WGH10 das Logistikzentrum Conrad in Wernberg. Vor der Besichtigung bekamen wir Aufgabenblätter die wir während der Führung bearbeiten sollten. Am Eingang erhielten wir eine Sicherheitsunterweisung und wurden danach in 2 Gruppen zugeordnet. Das LOC umfasst 100.000 m², dies entspricht etwa 15 Fußballfelder. Täglich gelangen zwischen 45.000-50.000 Pakete in den Warenausgang. Ende 2014 wurde das neue Shuttlelager eröffnet.

Allgemeiner Prozess

 
Wareneingang
Die Waren werden auf Paletten oder als einzelne Pakete angeliefert und im Wareneingangsbüro durch den Lieferanten angemeldet. Anschließend wird die Ware entladen und auf die äußere Beschaffenheit, Qualität und Quantität anhand des Lieferscheins geprüft. Danach durchlaufen die Waren eine Lichtschranke auf einem Förderband, welche alle Daten in das SAP (Warenwirtschaftssystem) aufnimmt. Das Programm selbst gibt automatisch nach der Datenaufnahme vor, auf welchem Lagerplatz die Ware eingelagert werden soll.
 
Kartonaufrichter-Anlage
Die Kartonagen werden plano (mit Falz, nicht aufgerichtet) angeliefert und von Mitarbeitern bei Bedarf wieder aufgefüllt. Startet eine Belieferungsse­rie, berechnet das System anhand der Artikelstammdaten die Kartongröße und leitet die Kartons an die Fördertechnik weiter.
 
Warenausgang
Sortieranlage sortiert automatisch die Kartons und schleust diese beim richtigen Paketdienstleister aus. Conrad-Mitarbeiter schlichten die Kartons in die LKWs ein und bessern nicht optimal verschlossene Kartons nach. ESD-Lager: Die elektrostatische Entladung (engl. electrostatic discharge, Abkürzung: ESD) wirft ein großes Problem beim Umgang mit elektro­ni­schen Bauteilen auf. Für die empfindlichen Microbauteile wurde das spezielle ESD-Lager errichtet. Mit einem Testgerät (Fußplatte) wird man statisch entladen und kann den Bereich betreten. Nur geschultes und freigegebene Mitarbeiter dürfen die ESD-Zone betreten. Diese Zone ist sogar TÜV zertifiziert.
 
Shuttle Lager
Das Shuttle Lager war das letzte große Projekt von Conrad Electronic. Das Hochregallager wurde 2014 für über 50 Millionen Euros in Betrieb genommen wurde. Es vereint vollautomatisiert picken und putten. Momentan ist es das größte seiner Art. Stingrays (Kommissionier-Maschinen) holen Ware von ihren Lagerplätzen und bringen sie auto­matisch zum richtigen Putter.
 
Hochregallager
Eines der speziellen Lager ist das Hochregallager, welches aus 2 Bauab­schnitten besteht. Dort werden die Warenstücke auf Paletten gelagert und in 18m hohe Regale eingelagert. Die Transportmaschinen können immer zwei Paletten aus und einlagern. Jede Regalgasse ist über 100 Meter lang und insgesamt lagern 44.500 Paletten ein. Die Anlagen
 
Kabellager
Die Kabelzone von Conrad Electronic ist im Moment einzigartig in Europa. Insgesamt lagern dort 4.500 verschiedene Kabel ein und kommen auf eine Länge von ca. 1 Million Meter. Alle Kabel können meterweise bestellt werden.
 
Besonderheiten
Eine weitere Besonderheit des Logistik Centers ist die Integration der Jura Werkstätten in den täglichen Arbeitsablauf. Hierbei sind immer 8-10 Per­sonen beschäftigt, die unter Aufsicht von einem Betreuer einfache Arbeiten ausführen, wie z. B. EAN-Codes aufkleben, Rechnungen falten, Sets zusammenstellen, usw.

Des Weiteren setzt Conrad SE viel Wert auf den Schutz der Umwelt. Beispielsweise werden moderne Verpackungstechniken angewandt, bei denen so wenig Verpackungsmaterial wie möglich verwendet bzw. auf ökologisches Füllmaterial (Maismehlchips) zurückgegriffen wird. Die Einhaltung gesetzlicher Richtlinien für Elektrogeräte, sowie die fachge­rechte Entsorgung von Chemikalien und Giftstoffen spielen ebenfalls eine wichtige Rolle.

Zudem dienen als Sicherheitsvorkehrungen das Tragen von Warnwesten, sämtliche Wegmarkierungen, Feuerlöscher und Alarmanlagen. Ferner soll die Verwendung von speziellen Taschen, die durchsichtig sind, und Ein­lass­kontrollen Diebstähle unterbinden.

Wir bedanken uns für die interessante Führung, die uns die Inhalte des Unterrichts in der Praxis zeigten. (Bericht erstellt von WGH10)

Julia Reng und Tobias Krafczyk

 

Studienfahrt der 11. Klasse Groß- und Außen­handels­kauf­leute nach Prag

 

Tag 1

Am Donnerstag, den 16.06.2016, traten wir eine dreistündige Busfahrt in die tschechische Hauptstadt Prag an. Als wir im Hotel ankamen wurde erst mal das Gepäck verstaut und die Lehrkräfte wiesen uns in die Verhaltens­regeln ein. Danach ging es mit einem Stadterkundungsspiel los: Ziel war es, so viele der sieben Aufgaben wie möglich zu beantworten und die Antwort jeweils mit einem Selfie zu dokumentieren. Viel Zeit blieb uns dafür aber nicht und so machten wir uns zum Schluss erschöpft auf den Weg zurück ins Hotel.

Alle konnten nun ein wenig verschnaufen. Als Nächstes gingen wir mit unserem lebhaften Guide Pavel auf eine Stadttour. Dieser brachte uns sicher durch die Gassen von Prag. Dabei erzählte er uns viele interes­sante Details über die Stadt.

Es wurde Abend, die Tour ging langsam zu Ende und unser Hunger wurde immer größer. Ein Platz im Hard-Rock Cafè war uns aber schon sicher. Nach dem Essen durfte jeder seiner eigenen Wege gehen und da schon bald das Fußballspiel Deutschland gegen Polen anstand, suchten sich alle Schülergruppen Lokale in denen sie das Spiel verfolgen konnten. Leider endete es trotz des Mitfieberns der ganzen Klasse ohne Tore. Zum Tagesabschluss wurden die verschiedenen Abendveranstaltungen von Prag ausgetestet.

Tag 2

Schon am frühen Morgen ging es in die Škoda-Werke. Nach dem Empfang wurde uns der Unternehmensfilm vorgeführt, der die Entstehung sowie die größten Verkaufsschlager von Škoda zeigte. Kurz darauf folgte eine Füh­rung durch das Museum und die Produktionshallen, so dass sich jeder ein Bild von der Fertigung eines Škodas machen konnte. Man konnte die vielen unterschiedlichen Handgriffe sehen, die nötig sind, bis aus den Rohma­terialen ein fahrtüchtiges Auto wird.

Nach der Fürung setzte uns unser Busfahrer an der Prager Burg ab. Wir machten ein paar Fotos von der prächtigen Burg und eilten hinunter zur Moldau, um unser Schiff nicht zu verpassen. Dort angekommen, gingen wir an Bord und uns erwartete echtes Seemannswetter, doch die Schifffahrt war auch eine willkommene Gelegenheit zur Erholung. Als sich die Fahrt dem Ende neigte, wurde das Wetter wieder besser. Genau rechtzeitig, um ein weiteres Mal den Abend in der Altstadt ausklingen zu lassen.

Tag 3

Auch am dritten Tag mussten wir wieder früh auf die Beine, denn schon um 10:00 Uhr war eine Führung durch die Brauerei „U Fleku“ angesetzt und wir hatten dorthin einen kleinen Fußmarsch vor uns. Schon nach kurzem Aufenthalt wurden wir vom äußerst charmanten Sohn der Brauereifamilie empfangen. Braumeister Michael, der für große Aufregung bei den Frauen sorgte, lud uns auf eine kleine Kostprobe im  größten Prager Biergarten ein. Passend dazu gab es einen Film, der die Entstehung sowie die einzel­nen Bestandteile des Biers zeigte. Darauf folgte für manche ein weiterer Gaumentest, denn wir durften uns die einzelnen Zutaten genauer ansehen und auch schmecken. Zu guter Letzt zeigte uns Michael noch das im Film gesehene in der Praxis und nach einer abschließenden Frage­runde war die Brauereiführung beendet.

Danach hatte jeder noch genügend Zeit, sich von der Stadt zu verab­schie­den. Einige Abschiedsfotos und Souvenirs durften natürlich nicht fehlen und so ging unser Aufenthalt in der Hauptstadt unserer tschechischen Nachbarn zu Ende.

Matthias Sammer